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Ein Vogelhaus für den Balkon

Vor einiger Zeit habe ich einen Bausatz für ein Vogelhaus geschenkt bekommen. Jetzt war es endlich so weit und ich habe mich an den Bau gemacht. Ich weiß zwar noch nicht genau, wo es seinen Platz auf meinem Balkon finden wird, aber ich glaube, es passt optisch einfach gut auf meinen Bauerngartenbalkon.

Bei dem Bausatz waren Nägel dabei, aber ich habe mich dazu entschieden, zuerst alles mit Holzleim zu kleben und anschließend zu verschrauben.

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Da ich nicht genau die Löcher genutzt habe, die für die Nägel vorgesehen waren, habe ich diese und auch den Übergang am Dach mit Acryl verschlossen und somit das Häuschen gegen unerwünschtes Eindringen von Wasser geschützt.

Anschließend habe ich alles mit Acrylfarbe gestrichen und nach dem Trocknen noch mit Klarlack wetterfest gemacht. Jetzt muss nur noch ein passendes Plätzchen gefunden werden.

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Bokashi, der Kompost für Stadtbewohner

Da ich sehr viel Obst und Gemüse esse, fällt bei mir immer entsprechend viel Biomüll an. Bisher habe ich diesen einfach entsorgt, da ich keine Lust hatte, mir auf dem Balkon noch einen (stinkenden) Komposthaufen anzulegen. Meine Nachbarn sind mir sicher dankbar für diese Entscheidung 😉

Allerdings wollte ich das wertvolle Material auch nicht länger einfach so wegwerfen und habe durch Zufall von einer Kollegin von einem Bokashi-Eimer erfahren. Da ich absolut keine Ahnung hatte, was das sein soll, habe ich erst einmal Google bemüht und mich in die Materie eingelesen. „Bokashi“ kommt aus Japan und heißt so viel wie „fermentiertes (organisches) Allerlei“. Das Prinzip ist recht einfach: sämtliche Küchen- und/oder Gartenabfälle werden klein geschnitten (damit wird die Oberfläche vergrößert und die Mikroorganismen haben mehr Angriffsfläche) und in einen luftdichten Behälter gegeben. Darin vergärt das Ganze dann mit Hilfe von Mikroorganismen, welche man entweder in Form von einem extra Pulver oder einfach durch Sauerkrautsaft hinzugeben kann. Ich habe mich für den Sauerkrautsaft entschieden und damit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.

Das Wichtigste dabei ist, dass nichts stinkt. Erstens ist ja alles luftdicht abgeschlossen und zweitens gärt alles statt zu faulen oder gar zu schimmeln. Nach einigen Wochen kann man das vergorene Material dann in die Erde einbringen und es bildet sich frischer Humus. Hier sollte man nur darauf achten, dass man nicht zu viel auf einmal direkt zu den Pflanzen gibt, oder das vergorene Material erst einmal mit purer Erde mischt und noch einmal für eine Weile stehen lässt, bis alles umgewandelt ist. Denn das Ganze ist ziemlich sauer und kann den Pflanzen bei einer Überdosis auch schaden. Bei der Fermentierung entsteht auch eine Flüssigkeit: der Bokashi-Saft. Diesen Saft kann man mit Wasser verdünnt als Flüssigdünger verwendet und so auch gleich den Zimmerpflanzen noch etwas Gutes tun.

Der Bokashi-Eimer ist so aufgebaut, dass es im oberen Teil eine Kammer gibt, in der das klein geschnittene Material gesammelt wird und welche am Boden kleine Löcher hat. Durch diese Löcher kann der Bokashi-Saft in eine weitere Kammer darunter abfließen. Dort ist meistens ein Hahn zum Ablassen angebracht.

Man kann diese Eimer im Handel fertig kaufen, oder man baut sie sich selbst. Ich habe mich für letzteres entschieden und mir zwei Farbmischeimer und einen passenden Deckel im Baumarkt besorgt. Kostenpunkt für alles zusammen waren ca. 10 €. In den Boden eines Eimers habe ich viele kleine Löcher gebohrt. Diesen Eimer habe ich dann in den zweiten Eimer gestellt, welcher als Auffangkammer für den den Bokashi-Saft dient. Der obere Eimer wird dann einfach mit dem Deckel verschlossen und alles ist dicht. Bisher habe ich noch keinen Hahn am unteren Eimer installiert, sondern den Saft so abgelassen, indem ich den oberen Eimer herausgenommen und den Saft einfach aus dem unteren Eimer ausgeschüttet habe. Ich plane aber einen Hahn einzubauen, da der Saft dann einfacher abgezapft werden kann.

Nach den ersten vier Wochen kann ich euch sagen, dass es wirklich überhaupt nicht stinkt. Nur wenn man den Deckel öffnet um neues Material einzufüllen und mit Sauerkrautsaft zu besprühen, riecht es nach Sauerkraut. Zuerst hatte sich überhaupt kein Saft gebildet, aber nach den vier Wochen konnte ich etwa 250 ml Saft entnehmen. Der Test als Flüssigdünger steht noch aus, und ich bin schon sehr gespannt, wie die Pflanzen reagieren werden.

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2017 – Das Gartenjahr beginnt

Nach dem Rückblick auf das letzte Jahr gibt es jetzt endlich Neues aus dem aktuellen Jahr. Ich habe auch dieses Jahr wieder vieles selbst ausgesät und in mein Anzuchthaus Marke Eigenbau gestellt. Da ich bisher beste Erfahrungen mit der Anzucht in Kunststoffbechern gemacht habe, habe ich diese auch in diesem Jahr wieder verwendet. Die Becher wurden mit Nummern versehen, damit ich auch im Nachhinein noch wusste, was ich in welchen Becher gesät hatte.

Beim Anzuchtsubstrat habe ich in diesem Jahr einen neuen Weg eingeschlagen und mir das Kokossubstrat Odla von Ikea gekauft. Es lässt sich sehr leicht transportieren, da es getrocknet ist und erst zu Hause unter der Zugabe von Wasser sein eigentliches Volumen und Gewicht erhält. Meine ersten Erfahrungen damit zeigen, dass sich die Pflänzchen darin sehr gut entwickeln. Allerdings haben sich auch darin wieder viele kleine Fliegen entwickelt. Das ist vermutlich auch dem feuchtwarmen Klima im Anzuchhaus geschuldet. Ich hatte jedoch gehofft, dass es mit dem nährstoffarmen Kokossubstrat besser ist als mit herkömmlicher Erde.

Als Gewächshaus dient mir wieder eine Samla Box mit Deckel von Ikea. Hier ist das Preis-Leistungsverhältnis einfach unschlagbar und ich habe bisher nur gute Erfahrungen mit dieser Art von Anzuchthaus gemacht.

Ausgesät habe ich dieses Jahr relativ spät, nämlich erst im März. Bis jetzt sieht trotzdem alles gut aus. Hierzu aber in einem späteren Beitrag mehr.

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Rückblick Teil 3

Aller guten Dinge sind drei und so gibt es heute den letzten Teil des Rückblicks in das Balkongartenjahr 2016. Diesmal werde ich auch gar nicht erst viele Worte verlieren, sondern euch einfach ganz viele Fotos aus dem vergangenen Jahr zeigen.

Wie ihr seht, war alles ziemlich zugewuchert – vor allem die Tomaten hatten sich richtig breit gemacht. Das lag vor allem daran, dass ich sie aus Zeitmangel nicht ausgegeizt habe. Das tat der Ernte allerdings keinen Abbruch, und ich konnte tellerweise Tomaten ernten.

Genauso ertragreich waren auch die Chilis. Hier zehre ich jetzt noch von den getrockneten. Hier habe ich auch noch einen Tipp für euch: Achtet darauf, dass ihr die Chilis so schnell wie möglich trocknet, wenn ihr sie später noch verwenden möchtet. Ich habe meine bei Zimmertemperatur getrocknet, was leider nicht ausreichend war. Einige haben innen Schimmel angesetzt und waren somit später nicht mehr verwendbar. Am besten wäre eine Trocknung im Backofen, bei ca. 50 Grad und offener Ofentüre, damit die Feuchtigkeit direkt entweichen kann. Das ist mir aber zu energieintensiv. Ich werde es deshalb dieses Jahr entweder in der Sonne oder auf der Heizung versuchen. Eine Alternative ist es, die Schoten kleinzuschneiden oder zumindest anzuschneiden, damit sie auch von innen besser trocknen. Mal sehen, was am besten klappt und am praktikabelsten ist.

Ansonsten habe ich letztes Jahr zum ersten Mal Sorghum Hirse ausgesät. Die sind super gekommen und gaben dem Bauerngartenbalkon den letzten Schliff. Als ich sie gesät habe, wusste ich noch nicht, was es mal werden würde, denn ich hatte das Saatgut als „Überraschungs-Saatgut“ geschenkt bekommen – übrigens eine tolle Geschenkidee, wenn ihr einem Gartenfreund mal eine Freude machen wollt. Ich fand es spitze!

Neben den schon erwähnten Erdbeeren, haben sich auch andere Pflanzen selbst vermehrt. So zum Beispiel auch die Sonnenblumen. Die hatte ich 2015 mal gesät und dann schon gar nicht mehr daran gedacht. Ich bin gespannt, ob sie dieses Jahr wieder aufgehen. Umso länger man einen solchen Balkon hat, und wie ich die Erde nicht jedes Jahr erneuert, desto mehr Überraschungen erlebt man mit jedem neuen Gartenjahr. Mir gefällt das und auch, dass dadurch nicht alles so ordentlich und wie mit einem Lineal gepflanzt aussieht.

Übrigens habe ich letztes Jahr mehr gedüngt als in den Jahren zuvor. Dadurch dass ich immer sehr günstige und recht nährstoffarme Erde nutze, hat das den Pflanzen sichtlich gut getan. Ich habe hierfür günstigen Standard-Flüssigdünger von Rossmann verwendet und etwa einmal pro Woche jedem Kasten eine Portion davon spendiert.

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Rückblick Teil 2

Hier kommt auch schon der zweite Teil meines Naschbalkon-Rückblicks aus dem Jahr 2016. Ich möchte euch gerne zeigen, welche Pflanze mir auf dem Balkon letztes Jahr besonders gut gefallen hat: die Schwarzäugige Susanne.

Ich habe mehrere Schwarzäugige Susannen ausgesät und die Jungpflanzen an verschiedenen Stellen auf dem Balkon eingepflanzt. Die Schwarzäugige Susanne ist eine Kletterpflanze mit leuchtenden Blüten, welche in der Mitte einen großen, schwarzen Fleck haben – in meinem Fall waren die Blüten orangefarben. Wie ihr schon im ersten Teil des Rückblicks sehen konntet, habe ich damit unter anderem eine Ecke des Balkons begrünt, in welcher auch eine Gartenfackel angebracht war. Die Pflanze schlängelte sich wundervoll an der Fackel entlang. Damit auch an anderen Stellen die Möglichkeit zum Klettern bestand, habe ich den Pflänzchen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung gestellt. Schnüre und kleinere Äste, welche ich in die Erde der jeweiligen Töpfe gesteckt hatte.

Im Pflanzenhandel sind die Schwarzäugigen Susannen meist recht teuer, deshalb kann ich euch die eigene Anzucht nur ans Herz legen. Es ist super einfach und die Pflanzen wachsen z.B. auf der Fensterbank sehr gut an. Die Samen bekommt ihr in jedem gut sortierten Pflanzen- oder Baumarkt, oder natürlich im Internet.

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Rückblick Teil 1

In den vergangenen zwei Jahren war es wieder sehr ruhig hier auf dem Blog. Es gab einige Veränderungen, sodass das Bloggen hinten anstehen musste. Nichtsdestotrotz habe ich fleißig weiter gegärtnert. 2015 konnte ich auf meiner Terrasse schon richtig viel ernten. Von Erdbeeren, Heidelbeeren, Tomaten, Kohlrabi, Paprika, Chili bis zu vielen verschiedenen Kräutern war alles dabei. Im letzten Jahr baute ich etwas fokussierter an. Ich konzentrierte mich auf Erdbeeren, welche sich inzwischen schon von selbst vermehrt hatten, Chilis – sie lieben den Südbalkon, und vor allem Tomaten und Kräuter. Daneben gab es einige Zierpflanzen. Dieses Vorgehen hatte vor allem praktische Gründe, denn ich war viel unterwegs und hatte nicht die Zeit, die es zur Pflege eines richtigen Gemüsebalkons gebraucht hätte.

Es entstand ein kleiner Bauerngarten-Balkon, welchen ich auch in diesem Jahr wieder so weiterführen möchte. Ich gebe euch direkt mal ein paar Einblicke, damit ihr wisst, was ich meine:

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Hier seht ihr auch direkt eine Neuerung: die hellen Balkonmöbel sind ausgezogen und wurden durch neue ersetzt, welche besser zu den dunklen Loungemöbeln passen. Hier habe ich wieder auf ebayKleinanzeigen gesetzt und ein Schnäppchen gemacht. Der Tisch und die beiden Stühle haben zusammen 20 € gekostet. Ich habe das Set im Winter gekauft und es sah ziemlich ungepflegt und verwittert aus. Dank einer Dose Varda Holzlasur von Ikea habe ich die Möbel wieder aufgehübscht und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.