Bokashi, der Kompost für Stadtbewohner

Da ich sehr viel Obst und Gemüse esse, fällt bei mir immer entsprechend viel Biomüll an. Bisher habe ich diesen einfach entsorgt, da ich keine Lust hatte, mir auf dem Balkon noch einen (stinkenden) Komposthaufen anzulegen. Meine Nachbarn sind mir sicher dankbar für diese Entscheidung 😉

Allerdings wollte ich das wertvolle Material auch nicht länger einfach so wegwerfen und habe durch Zufall von einer Kollegin von einem Bokashi-Eimer erfahren. Da ich absolut keine Ahnung hatte, was das sein soll, habe ich erst einmal Google bemüht und mich in die Materie eingelesen. „Bokashi“ kommt aus Japan und heißt so viel wie „fermentiertes (organisches) Allerlei“. Das Prinzip ist recht einfach: sämtliche Küchen- und/oder Gartenabfälle werden klein geschnitten (damit wird die Oberfläche vergrößert und die Mikroorganismen haben mehr Angriffsfläche) und in einen luftdichten Behälter gegeben. Darin vergärt das Ganze dann mit Hilfe von Mikroorganismen, welche man entweder in Form von einem extra Pulver oder einfach durch Sauerkrautsaft hinzugeben kann. Ich habe mich für den Sauerkrautsaft entschieden und damit bisher sehr gute Erfahrungen gemacht.

Das Wichtigste dabei ist, dass nichts stinkt. Erstens ist ja alles luftdicht abgeschlossen und zweitens gärt alles statt zu faulen oder gar zu schimmeln. Nach einigen Wochen kann man das vergorene Material dann in die Erde einbringen und es bildet sich frischer Humus. Hier sollte man nur darauf achten, dass man nicht zu viel auf einmal direkt zu den Pflanzen gibt, oder das vergorene Material erst einmal mit purer Erde mischt und noch einmal für eine Weile stehen lässt, bis alles umgewandelt ist. Denn das Ganze ist ziemlich sauer und kann den Pflanzen bei einer Überdosis auch schaden. Bei der Fermentierung entsteht auch eine Flüssigkeit: der Bokashi-Saft. Diesen Saft kann man mit Wasser verdünnt als Flüssigdünger verwendet und so auch gleich den Zimmerpflanzen noch etwas Gutes tun.

Der Bokashi-Eimer ist so aufgebaut, dass es im oberen Teil eine Kammer gibt, in der das klein geschnittene Material gesammelt wird und welche am Boden kleine Löcher hat. Durch diese Löcher kann der Bokashi-Saft in eine weitere Kammer darunter abfließen. Dort ist meistens ein Hahn zum Ablassen angebracht.

Man kann diese Eimer im Handel fertig kaufen, oder man baut sie sich selbst. Ich habe mich für letzteres entschieden und mir zwei Farbmischeimer und einen passenden Deckel im Baumarkt besorgt. Kostenpunkt für alles zusammen waren ca. 10 €. In den Boden eines Eimers habe ich viele kleine Löcher gebohrt. Diesen Eimer habe ich dann in den zweiten Eimer gestellt, welcher als Auffangkammer für den den Bokashi-Saft dient. Der obere Eimer wird dann einfach mit dem Deckel verschlossen und alles ist dicht. Bisher habe ich noch keinen Hahn am unteren Eimer installiert, sondern den Saft so abgelassen, indem ich den oberen Eimer herausgenommen und den Saft einfach aus dem unteren Eimer ausgeschüttet habe. Ich plane aber einen Hahn einzubauen, da der Saft dann einfacher abgezapft werden kann.

Nach den ersten vier Wochen kann ich euch sagen, dass es wirklich überhaupt nicht stinkt. Nur wenn man den Deckel öffnet um neues Material einzufüllen und mit Sauerkrautsaft zu besprühen, riecht es nach Sauerkraut. Zuerst hatte sich überhaupt kein Saft gebildet, aber nach den vier Wochen konnte ich etwa 250 ml Saft entnehmen. Der Test als Flüssigdünger steht noch aus, und ich bin schon sehr gespannt, wie die Pflanzen reagieren werden.

20170422_155512_800x600

Advertisements

2 Gedanken zu “Bokashi, der Kompost für Stadtbewohner

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s